Fachartikel 2018-03-26

Geschützt vor Cyberattacken?

Erst im Mai letzten Jahres hat der Verschlüsselungstrojaner „Wanna Cry“ (deutsch: „Heul doch“) weltweit für Störungen in IT-Systemen gesorgt. Europol gab an, dass rund 200.000 Organisationen und Einzelpersonen in mehr als 150 Ländern betroffen waren. Dazu gehören auch einige Unternehmen der Transportwirtschaft. Nur einen Monat später am 27. Juni gab es erneut eine Attacke mit der Ransomware „Petya“, die dem Wanna-Cry-Angriff ähnelte. Auch dieses Mal waren internationale Transportunternehmen betroffen – unter anderem die Reederei MAERSK und die Häfen in New York, New Jersey und Rotterdam, die zu den Größten der Branche gehören.

 

Doch gerade Mittelständler und Kleinunternehmen werden durch Cyberattacken existenziellen Gefahren ausgesetzt. „Die deutschen Unternehmen müssen sich besser schützen, auch kleinere Unternehmen sind gefährdet. So tun auch wir alles um unsere Daten zu schützen. Wir haben eine Datenschutzbeauftragte und beschäftigen eine IT-Firma. Wir tätigen Investitionen in neue Technik und Systeme am laufenden Band. Wir nutzen eine moderne Firewall-Technologie mit Überprüfung der Netzwerkpakete auf Schad-Codes bzw. Erkennung von Netzwerkangriffen innerhalb und von außerhalb des lokalen Netzwerkes. Zusätzlich benutzen wir die im Betriebssystem integrierte Firewall.

 

Auch auf Servern, den Clients und zusätzlich innerhalb des Mailsystems verwenden wir Virenscanner. Systemupdates werden bei uns regelmäßig durchgeführt. Wir haben zudem ein Zugriffsregelwerk, dass Zugriffe in das Netzwerk auf Server und Client kontrolliert. Auch instruieren wir regelmäßig unsere Mitarbeiter im Umgang mit Mails von unbekannten Quellen und mit Anhängen in Mails.“ erläutert Volker Sim. So wird ein Unternehmen, das ohne den Zugrif f auf seine Daten ist, zwangsläufig vor der wirtschaftlichen Katastrophe stehen. Hinzu kommt, dass weltweite Attacken wie „Petya“ der gesamten Wirtschaft schaden und somit jedem Unternehmen, dass sich in betroffenen Branchen bewegt: „Auch wir hatten Probleme, etwa mit Verzögerungen. Einige Container konnten an den Terminals nicht pünktlich übernommen werden. Gott sei Dank hatten die entsprechenden Kunden Verständnis. Es kann aber auch anders ausgehen, wenn Auftraggeber sehr penibel sind“ erzählt Sim.

 

Experten zufolge kann die Logistikbranche in den kommenden 3 Jahren mit bis zu 6 Mrd. Euro Schaden durch Cyberattacken rechnen, davon allein 450 Mio. Euro in Deutschland. Schuld sei die stetig voranschreitende Digitalisierung. Der mit ihr verbundene Fortschritt versorge nicht nur Unternehmen mit der besten Technik, er ermögliche es auch Trojanern wie Petya sich immer wieder selbst zu übertreffen und raffinierter zu werden. Die Angreifer – staatliche, sowie private Hacker, (Ex-)Mitarbeiter, Terroristen oder Kriminelle – sind selbst technisch gut ausgebildet und bedienen sich neuester IT. Nicht selten werden sie zudem von finanzstarken Kriminellen oder gar von Unternehmen und Staaten unterstützt. Es entsteht ein Wettbewerb, der es den Unternehmen unmöglich macht auf Investitionen in ihre Sicherheit zu verzichten. Im Grunde kann durch Hacker alles beeinflusst werden, was diese oder ihre Auftraggeber möchten. Etwa unser Finanzsystem, Staatsordnungen oder unser Transportnetz. Gerade Häfen, die für Kriminalität wie Schmuggel oder Drogenhandel prädestiniert sind und häufig technischen Entwicklungsbedarf aufweisen, sind betroffen. Die Angriffsfläche ist groß. Als Drehscheibe für Transport und Umschlag verbreitet sich jede Cyberattacke wirkungsvoll: Teilweise können weder Aufträge noch Buchungen angenommen und ausgeführt werden, es kommt zu erheblichen Verzögerungen oder sogar zum Zusammenbruch des gesamten Sicherheitssystems des betroffenen Unternehmens.

 

Wichtig ist es, Geld, aber auch Zeit in die Aktualisierung von Sicherheitsprogrammen zu investieren. Unternehmensrechner, die 24 Stunden an 7 Tagen die Woche arbeiten, bleibt wenig Zeit für das neuste Update in Sachen Security. Doch diese Maßnahmen sind nach den neusten Angriffen noch zwingender nötig.

« Zurück zur Übersicht