Fachartikel 2018-03-26

Wo sind die Paletten hin?

Die deutsche Wirtschaft boomt, vor allem die Exportwirtschaft. Trotz einiger unerfreulicher Vorfälle in der Automobilindustrie ist „Made in Germany“ noch immer sehr gefragt. Die beliebtesten Güter sind Kraftwagen und Kraftwagenteile, elektronische Geräte und Maschinen. Deutsche Exporte haben im November 2017, laut statistischem Bundesamt, um 8,2 % gegenüber November 2016 zugenommen. Insgesamt wurden also Waren im Wert von 116,5 Milliarden Euro exportiert. Davon profitieren insbesondere die Unternehmen des Speditions- und Transportgewerbes. Doch Verpacker und Verlader werden dabei vor Herausforderungen gestellt.

 

So kommt die Verpackungsindustrie mit der Produktion der Paletten nicht hinterher. Die weithin bekannten Europaletten werden in der Speditionsbranche als bevorzugtes Verladehilfsmittel genutzt. Gerade Standardware kann damit sehr gut gehändelt werden, da sie immer in den gleichen Maßen zur Verfügung steht. Auch eine stabile Lagerung ermöglicht die standardisierte Europalette. Darüber hinaus zählen zu den Vorteilen die Mehrwegfähigkeit. Mehrweg bedeutet in diesem Fall, dass Produkte, die auf Paletten verpackt werden mit allen gängigen Spezialgeräten wie Gabelstaplern und/oder Hubwagen aufgenommen und befördert werden können. Nachteile sind allerdings, das Europaletten in Containern den Platz nicht optimal nutzen und somit dort nicht zum Einsatz kommen können. Zudem sind die Paletten zwar mehrfach einsetzbar, dennoch sind sie nicht ewig haltbar. Außerdem gibt es Ware, die mit den Standardmaßen der Paletten nicht verladen werden kann.

 

Für Standardware wie die klassische Europalette oder die überwiegend quadratische Chemiepalette gibt es derzeit bei einigen Unternehmen Wartezeiten von mehreren Wochen. „Bei uns gibt es derzeit keine Lieferprobleme und deshalb auch kein Warten auf Paletten. Die Preise sind allerdings gestiegen.“, so Volker Sim, CEO von Skyline Express.

 

Die etwa 440 deutschen Hersteller von Paletten und Exportverpackungen haben ihre Produktion deutlich erhöht. Im ersten Halbjahr 2016 wurden noch 51.516 Stück, 2017 schon 53.929 Stück produziert (siehe Statistik). Doch das reicht für den Bedarf noch immer nicht aus. Allein die Chemieindustrie hat kürzlich beim Bundesverband Holzpackmittel, Paletten und Exportverpackungen (HPE) einen Zusatzbedarf von 400.000 Paletten gemeldet. 2017 wurden laut Schätzungen des Verbands 110 Millionen Paletten hergestellt. 2016 waren es noch sieben Millionen Stück weniger. Auch der Gebrauchtmarkt ist leer gekauft.

 

Diese erhöhte Nachfrage wirkt sich auch auf den Preis aus: im vierten Quartal 2017 sind Paletten laut HPE-Preisindex im Durchschnitt knapp vier Prozent teurer geworden gegenüber dem Vorquartal und sogar fast zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.

 

Ein Problem der Verlader ist, dass manche Warengruppen aufgrund Ihrer Beschaffenheit, Größe oder Gewicht immer umständlich in OpenTop Containern zur Verladung kommen müssen. Dafür hat Skyline Express eine Lösung: bald gibt es bei ihnen Mobile Transportträger (MTT), womit „schwierige Ware“ in Ruhe „normal“ verladen werden kann. Die MTT werden binnen 10 Minuten in jeden Box Container geschoben. Dabei wird die Ware an zahlreichen Verzurpunkten ausreichend gesichert und kann auch auf LKWs verladen werden. Die MTT werden individuell passend beim Kunden beladen, die Ware an zahlreichen Verzurpunkten ausreichend gesichert und dann in normale Box Container oder auf LKW verladen. Auch ein Wechsel des Verkehrsträgers ist problemlos möglich, ohne dass die Ware selbst gehandelt werden muss. Ebenso erhöhen die MTT die Kapazität bei den Verladungen.Die Folge: Kostenersparnisse beim Holz, beim Einsatz von Kränen und Opentop Containern, wie auch die erhöhte Arbeitssicherheit oder die Ressourcenschonung. Viele Verlader von Langgut, Coils uvm. sprechen von einer Revolution, da die MTT je nach Kundenbedarf und Produktanforderungen angepasst werden können und langfristig zum Einsatz kommen. Der Transport im Box Container ist einfacher und immer 500-1000 USD günstiger und somit rechnet sich der Einsatz der MTT immer, sogar inklusive einem Rücktransport falls nötig.

 

Auch bieten die MTT einen ökologischen Vorteil, denn die meisten Holzpackmittel werden nur einmal verwendet. MTT dagegen sind vielfach einsetzbar. „Ohne meine Mitgliedschaft bei Greenpeace in den Vordergrund stellen zu wollen, möchte ich doch darauf hinweisen: Wir verfügen über keinen „Ersatzplaneten“ und deswegen sollte jede Verschwendung von natürlichen Ressourcen unbedingt vermieden werden. Auch in diesem Bereich sind wir stolz an einer Neuentwicklung beteiligt zu sein“, erklärt Sim.

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